Ein Haus zu bauen beginnt nicht mit dem Spatenstich, sondern mit einer gut durchdachten Planung. Wer frühzeitig strukturiert vorgeht, erspart sich Zeit, Geld und Nerven. Vom ersten Entwurf bis zum Bauantrag sind klare Schritte erforderlich – und genau diese zeigen wir hier.
1. Die Idee konkretisieren
Am Anfang steht der Traum vom eigenen Haus – doch Träume werden erst realistisch, wenn sie auf einem durchdachten Konzept basieren. Bevor Sie mit der Planung beginnen, sollten Sie Ihre Wünsche und Ziele schriftlich festhalten. Eine klare Struktur spart später Zeit und Kosten.
Zentrale Fragen:
- Wie groß soll das Haus werden, und welche Räume sind wirklich notwendig?
- Wie hoch ist das verfügbare Budget – inklusive Grundstück, Planung, Nebenkosten und Reserven?
- Welche Bauweise passt zu Ihren Zielen: Massivhaus, Holzhaus oder Fertighaus?
- Welche Energieeffizienz soll erreicht werden (z. B. EH‑40, KfW‑Förderstandard)?
Tipp: Erstellen Sie ein „Pflichtenheft“, in dem Sie Ihre Raumwünsche, Materialvorstellungen und Prioritäten notieren. Dieses Dokument hilft später Architekten, Baufirmen und Banken, Ihr Projekt präzise einzuschätzen.
2. Das passende Grundstück finden
Ohne das richtige Grundstück bleibt jede Planung Theorie. Prüfen Sie Lage, Infrastruktur, Ausrichtung und Bodenbeschaffenheit genau. Die Ausrichtung entscheidet über Licht, Sonneneinstrahlung und spätere Energiekosten.
Achten Sie auf den Bebauungsplan Ihrer Kommune: Er legt fest, welche Gebäudetypen, Dachformen und Geschosshöhen erlaubt sind. Ebenso wichtig sind Einträge im Baulastenverzeichnis – sie können Nachbarrechte oder Nutzungsbeschränkungen beinhalten.
Ein aktuelles Bodengutachten (Kosten ca. 500–1.000 €) zeigt Tragfähigkeit und eventuelle Altlasten. Diese Informationen sind entscheidend für die Gründung und Kalkulation der Baukosten.
3. Vorplanung und Entwurf
Mit Grundstück und Budget beginnt die kreative Phase. Gemeinsam mit einem Architekten oder Hausanbieter entsteht jetzt der Entwurf – das „Gesicht“ Ihres Hauses. In dieser Phase werden die Weichen für Energieeffizienz, Förderfähigkeit und Baukosten gestellt.
Wichtige Schritte:
- Raumkonzept und Grundriss planen
- Energieeffizienz und Baustoffwahl (z. B. Ziegel, Holz, Hybridbauweise) festlegen
- Erste Kostenschätzung aufstellen (inkl. Nebenkosten, Hausanschlüsse, Außenanlagen)
- Förderprogramme prüfen (KfW, BAFA, Länderförderung, ggf. klimaorientierte Stadtprogramme)
- Vorabgespräche mit Banken und Versicherern führen
Hinweis 2026: Laut EU‑Gebäuderichtlinie (EPBD) und GEG‑Novelle müssen Neubauten nach 2026 verschärfte Energie‑ und Klimastandards erfüllen. Planen Sie daher frühzeitig nachhaltige Technik (z. B. Wärmepumpe, PV‑Anlage, Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung) ein.
4. Genehmigungsplanung und Bauantrag
Sobald der Entwurf steht, folgen die rechtlich relevanten Unterlagen für den Bauantrag. Nach Landesbauordnung sind sie von einer bauvorlageberechtigten Person (z. B. Architekt, Bauingenieur) einzureichen.
Erforderlich für den Bauantrag sind u. a.:
- Bauzeichnungen (Grundrisse, Ansichten, Schnitte)
- Baubeschreibung mit Materialien und Ausstattung
- Lageplan mit Höhenangaben und Entwässerungsplanung
- Nachweis der Statik und Energieeffizienz (GEG‑Berechnung)
- ggf. Nachbarzustimmungen und Stellplatznachweis
Die Bearbeitung durch die Bauaufsichtsbehörde dauert je nach Kommune 6–16 Wochen. Die Gebühren liegen bei etwa 0,5 % der Bausumme. Digitale Bauanträge sind inzwischen in fast allen Bundesländern Standard.
5. Zeit und Budget planen
Viele Bauherren unterschätzen den Planungs‑ und Genehmigungszeitraum. Von der Ideenskizze bis zur Baugenehmigung vergehen oft 6–12 Monate. Kalkulieren Sie diese Zeit realistisch ein.
Empfohlen:
- 10–15 % Kostenreserve für Preissteigerungen und Änderungen
- Realistische Zeitpuffer für Wetter, Lieferschwierigkeiten und Behördenlaufzeiten
- Absicherung über Bauherrenhaftpflicht-, Feuerrohbau- und Bauleistungsversicherung
Tipp: Nutzen Sie eine Projektmanagement‑Checkliste, um Meilensteine, Fristen und Vertragstermine zu überwachen. Transparente Kommunikation mit Architekt, Bauträger und Handwerkern ist entscheidend, um Verzögerungen zu vermeiden.
6. Vom Bescheid zum Baubeginn
Mit der Baugenehmigung in der Hand darf gebaut werden – vorausgesetzt, Finanzierung, Bauvertrag und Ausführungsplanung sind abgeschlossen. Vor Baubeginn sollten alle Gewerke, Sicherheitsvorkehrungen und Versicherungen geprüft sein.
Hinweis: Die Baugenehmigung gilt in der Regel drei Jahre. Beginnt der Bau nicht innerhalb dieser Frist, kann sie auf Antrag verlängert werden.
Änderungen 2026: Der neue „Gebäudetyp E“ ermöglicht künftig vereinfachte Bauverfahren durch vertraglich vereinbarte Abweichungen von technischen Baustandards. Ziel: schnellere Genehmigungen und kosteneffizienteres Bauen. Erste Pilotprojekte sind für Mitte 2026 geplant.
Fazit
Gute Projektplanung ist die Grundlage für einen erfolgreichen Hausbau. Wer sich mit seinem Grundstück, den Förderbedingungen und den rechtlichen Vorgaben intensiv beschäftigt, verhindert teure Fehler und Zeitverluste.
Gerade in einer Zeit steigender Energieanforderungen und Baukosten ist es hilfreich, einen erfahrenen Partner an der Seite zu haben. Die DUMAX GmbH unterstützt Sie von der Grundstückssuche über die Genehmigungsplanung bis zur Realisierung Ihres Bauprojekts – persönlich, kompetent und zuverlässig.

