Ein Hausnotfall trifft selten zu einem günstigen Zeitpunkt. Wasser läuft aus einer geplatzten Leitung, die Heizung versagt mitten im Winter oder ein Sturm beschädigt das Dach. Wer in solchen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt und die richtigen Schritte kennt, begrenzt den Schaden. Wir zeigen, wie Sie bei den häufigsten Hausnotfällen richtig reagieren.
Rohrbruch: Schnell handeln, Schaden begrenzen
Ein Rohrbruch gehört zu den häufigsten und folgenreichsten Hausnotfällen. Wasser kann innerhalb kurzer Zeit erhebliche Schäden an Böden, Wänden und der Bausubstanz verursachen.
Sofortmaßnahmen beim Rohrbruch
Das Wichtigste zuerst: Drehen Sie sofort das Hauptabsperrventil zu. Es befindet sich in den meisten Häusern im Keller oder im Bereich des Hausanschlusses. Wer den genauen Standort nicht kennt, sollte ihn jetzt nachschlagen und sich merken. Jede Minute zählt.
Anschließend gilt:
- Strom in betroffenen Bereichen abschalten, wenn Wasser in die Nähe von Steckdosen oder Elektroinstallationen gelangt ist
- Stehendes Wasser so schnell wie möglich aufnehmen oder abpumpen
- Fenster öffnen und Luftzirkulation fördern, um Schimmelbildung zu verhindern
- Schaden fotografisch dokumentieren, bevor mit der Beseitigung begonnen wird
- Versicherung umgehend informieren
Handwerker und Notdienst beauftragen
Nach den Sofortmaßnahmen muss ein Fachbetrieb die Ursache des Rohrbruchs beheben. Viele Sanitärbetriebe bieten einen 24-Stunden-Notdienst an. Halten Sie die Nummer eines zuverlässigen Notdienstes griffbereit. Im Ernstfall ist keine Zeit für eine lange Recherche.
Heizungsausfall: Ruhe bewahren und systematisch vorgehen
Ein Heizungsausfall im Winter ist unangenehm, aber in den meisten Fällen schnell behoben. Bevor Sie den Notdienst rufen, lohnt sich eine kurze Überprüfung.
Erste Überprüfung vor dem Anruf
Viele Heizungsausfälle haben einfache Ursachen. Prüfen Sie zunächst:
- Ist der Brenner oder die Steuerung mit einer Fehlermeldung am Display aktiv?
- Ist der Betriebsdruck der Heizungsanlage ausreichend? Er sollte zwischen 1,5 und 2 bar liegen.
- Ist die Gaszufuhr unterbrochen oder ein Sicherungsautomat ausgelöst?
- Ist der Heizungsfilter verstopft?
In vielen Fällen reicht ein Neustart der Anlage oder das Nachfüllen von Wasser, um die Heizung wieder in Betrieb zu nehmen. Die Bedienungsanleitung der Heizungsanlage sollte griffbereit aufbewahrt werden.
Überbrückungsmaßnahmen bei längerem Ausfall
Dauert der Ausfall länger, sind mobile Elektroheizgeräte eine kurzfristige Lösung. Achten Sie dabei auf ausreichende Belüftung und stellen Sie die Geräte niemals unbeaufsichtigt in der Nähe von brennbaren Materialien auf. Schützen Sie außerdem Wasserleitungen vor dem Einfrieren, besonders in schlecht gedämmten Bereichen wie dem Keller.
Wasserschaden durch Starkregen oder Überschwemmung
Starkregen und Überschwemmungen nehmen in Deutschland zu. Wer in einem gefährdeten Bereich wohnt, sollte vorbereitet sein.
Sofortmaßnahmen bei eindringendem Wasser
- Strom im betroffenen Bereich sofort abschalten
- Wertgegenstände und Dokumente in höhere Etagen bringen
- Rückstauventil prüfen und aktivieren, falls vorhanden
- Sandsäcke oder Wasserbarrieren einsetzen, um weiteres Eindringen zu verhindern
- Versicherung und gegebenenfalls die Feuerwehr informieren
Nach dem Wasserschaden
Betroffene Bereiche müssen vollständig getrocknet werden, bevor mit Reparaturen begonnen wird. Professionelle Trocknungsgeräte beschleunigen den Prozess und verhindern Schimmelbildung. Ein Fachbetrieb für Wasserschadensanierung sollte frühzeitig eingeschaltet werden.
Stromausfall im Eigenheim
Ein Stromausfall ist in den meisten Fällen ein vorübergehendes Problem. Dennoch gibt es einige wichtige Punkte zu beachten.
Ursache eingrenzen
Prüfen Sie zunächst den Sicherungskasten. Ein ausgelöster Sicherungsautomat oder eine defekte FI-Schutzschalter sind häufige Ursachen. Ist der Ausfall auf das gesamte Gebäude oder die Straße beschränkt, liegt das Problem beim Netzbetreiber. In diesem Fall informiert der zuständige Energieversorger über die voraussichtliche Dauer.
Sicherheitshinweise beim Stromausfall
- Kerzen niemals unbeaufsichtigt brennen lassen
- Notstromaggregate nur im Freien betreiben, niemals in geschlossenen Räumen
- Kühlschrank und Gefrierschrank geschlossen halten, um die Kälte zu bewahren
- Empfindliche Geräte vom Netz trennen, um Schäden durch Spannungsspitzen beim Wiedereinschalten zu vermeiden
Sturmschäden am Dach oder an der Fassade
Nach einem schweren Sturm sollten Dach und Fassade umgehend auf Schäden geprüft werden. Lose Dachziegel, beschädigte Regenrinnen oder gerissene Fassadenverkleidungen können bei weiteren Regenfällen zu Folgeschäden führen.
Betreten Sie das Dach nach einem Sturm nicht selbst. Beauftragen Sie einen Fachbetrieb mit der Schadensbegutachtung. Sichern Sie offene Stellen provisorisch mit Planen, bis die Reparatur erfolgen kann. Dokumentieren Sie alle Schäden fotografisch für die Versicherung.
Gut vorbereitet ist halb gerettet
Wer im Voraus plant, reagiert im Notfall schneller und ruhiger. Folgende Vorbereitungen sind empfehlenswert:
- Standort des Hauptabsperrventils kennen und regelmäßig prüfen
- Sicherungskasten beschriften und zugänglich halten
- Notfallnummern von Sanitär-, Elektro- und Heizungsbetrieb griffbereit aufbewahren
- Versicherungsunterlagen geordnet und leicht auffindbar ablegen
- Notfallkoffer mit Taschenlampe, Batterien, Erste-Hilfe-Material und wichtigen Dokumenten bereithalten
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