Barrierefreies Bauen ist längst kein Nischenthema mehr – es steht für Komfort, Sicherheit und Zukunftsvorsorge. Ob Neubau oder Modernisierung: Wer heute barrierearm plant, schafft Wohnraum, der langfristig nutzbar bleibt – für Familien, Senioren und Menschen mit eingeschränkter Mobilität gleichermaßen. Mit der steigenden Lebenserwartung und neuen gesetzlichen Standards gewinnt das Thema 2026 weiter an Bedeutung.

1. Was bedeutet barrierefreies Bauen?

Barrierefreiheit bedeutet, dass Gebäude für alle Menschen ohne besondere Erschwernis oder fremde Hilfe nutzbar sind. Die wichtigsten technischen Vorgaben liefert die DIN 18040:

  • DIN 18040‑1: öffentlich zugängliche Gebäude (z. B. Büros, Praxen)
  • DIN 18040‑2: Wohnungen und Wohngebäude
  • DIN 18040‑3: öffentliche Verkehrs- und Freiräume

Für private Bauherren ist insbesondere Teil 2 relevant. Er beschreibt Mindestmaße, Bewegungsflächen, Türbreiten und Schwellenhöhen, um Wohnungen rollstuhlgerecht oder barrierearm zu gestalten.

2. Wichtige Planungsgrundsätze

Je früher Barrierefreiheit in die Planung integriert wird, desto wirtschaftlicher lässt sie sich umsetzen. Die folgenden Punkte gelten als zentrale Bausteine:

  • Ebenerdige Zugänge: keine Stufen zwischen Hauseingang, Terrasse und Innenräumen.
  • Breite Türen und Flure: mindestens 90 cm Türbreite, 120 cm Flurbreite.
  • Badezimmer: bodengleiche Dusche, unterfahrbares Waschbecken, rutschhemmende Böden.
  • Schalter und Steckdosen: in ergonomischer Höhe (85–105 cm) anbringen.
  • Treppen und Aufzüge: Handläufe beidseitig, kontrastreiche Stufenmarkierung, ggf. Plattformlift.
  • Beleuchtung und Orientierung: blendfreie Lichtführung, kontrastreiche Materialien, ggf. akustische Orientierungshilfen.

3. Fördermöglichkeiten ab 2026

Die KfW fördert barrierefreies und altersgerechtes Bauen über das Programm „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss 455‑B“. Nach der Haushaltsfreigabe kann die Förderung voraussichtlich wieder ab Frühjahr 2026 beantragt werden.

Förderkonditionen im Überblick:

  • Zuschuss: bis zu 6.250 € pro Wohneinheit (10 % der förderfähigen Kosten)
  • Förderfähig: alle Maßnahmen nach DIN 18040‑2, z. B. Türverbreiterung, bodengleiche Dusche, Rampen, Aufzüge
  • Antragsberechtigt: Eigentümer, Mieter und Vermieter
  • Erforderlich: Fachunternehmerbestätigung nach Durchführung (BnD)

Auch im Neubau können barrierefreie Maßnahmen über Programme wie KfW 297/298 Klimafreundlicher Neubau indirekt gefördert werden, wenn sie Teil eines nachhaltigen Gesamtkonzepts sind.

4. Rechtliche Anforderungen und Zukunftstrends

Ab 2026 wird Barrierefreiheit durch die geplante Überarbeitung der **Landesbauordnungen** und das **Gebäudeenergiegesetz (GEG)** stärker integriert. Ziel ist eine altersgerechte, energieeffiziente und nachhaltige Bauweise. Besonders relevant:

  • Pflicht zur Barrierefreiheit in Mehrfamilienhäusern ab einer bestimmten Wohnungszahl.
  • Verpflichtende Aufzüge in Gebäuden mit mehr als zwei Vollgeschossen.
  • Verknüpfung mit Smart‑Home‑Technologien zur Erhöhung der Sicherheit (Sensorik, Sprachsteuerung, Notrufsysteme).

Darüber hinaus fördern Kommunen und Länder zunehmend barrierefreie Neubauprojekte, um dem demografischen Wandel zu begegnen.

5. Zukunftssicher planen – Tipps aus der Praxis

Barrierefreiheit bedeutet nicht Verzicht, sondern Mehrwert. Moderne Architektur integriert Komfortfunktionen unauffällig in das Design.

  • Vorausschauend denken: Auch junge Familien profitieren von ebenerdigen Zugängen, breiten Türen und großzügigen Bädern.
  • Flexibel bauen: Räume so planen, dass spätere Anpassungen (z. B. Pflegebett, Rollstuhl) möglich bleiben.
  • Technik nutzen: Smarte Lichtschalter, automatische Türantriebe und Sprachsteuerung erhöhen Komfort und Sicherheit.
  • Fachberatung einholen: Architekten mit Zusatzqualifikation „Barrierefreies Bauen“ kennen die aktuellen Normen und Förderwege.

Fazit

Barrierefreies Bauen ist ein entscheidender Beitrag zur Zukunftssicherheit von Immobilien. Es ermöglicht komfortables Wohnen in jedem Lebensalter, steigert den Wert der Immobilie und senkt langfristig Umbaukosten. Wer heute nach DIN 18040 plant und Förderprogramme nutzt, schafft Wohnraum, der für Generationen geeignet bleibt.

DUMAX GmbH unterstützt Bauherren und Eigentümer bei der Planung barrierefreier und zukunftsorientierter Wohnkonzepte – kompetent, praxisnah und nach den neuesten Standards.