Ab 2026 müssen Neubauten in Deutschland deutlich strengere Klimaschutz- und Effizienzvorgaben erfüllen. Mit der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie und der Anpassung des Gebäudeenergiegesetzes entstehen neue Chancen – aber auch Pflichten für Bauherren.

1. Gesetzliche Grundlage: GEG und EU-Richtlinie EPBD

Deutschland setzt bis Mai 2026 die europäische Energy Performance of Buildings Directive (EPBD) um. Ziel ist es, dass alle Neubauten nahezu klimaneutral betrieben werden. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) wird entsprechend verschärft:

  • Reduzierter Primärenergiebedarf um 10–15 %
  • Pflicht zur CO₂-Bilanzierung über den gesamten Lebenszyklus
  • Verbot fossiler Heizsysteme in Neubauten
  • Erneuerbare Energien als Voraussetzung für Baugenehmigungen

2. Energieeffizienzstandards ab 2026

Der Effizienzhaus-Standard 40 wird ab 2026 zur neuen Basis. Gebäude müssen stärker gedämmt und technisch optimiert werden, um den höheren Anforderungen zu entsprechen.

Wichtige Anforderungen:

  • Mindestens 65 % erneuerbare Energieanteil
  • Verbesserte Gebäudehülle und Fensterdämmung
  • Standardisierte Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung
  • Integration von PV- oder Solarthermieanlagen

3. Förderprogramme für klimafreundliche Neubauten

Die KfW-Förderung „Klimafreundlicher Neubau“ (KFN 297/298) bleibt das zentrale Instrument. Förderstart: 16. Dezember 2025.

Förderbedingungen im Überblick:

  • Fördermittel: 800 Mio. € (2025/2026)
  • Zinsgünstige Darlehen bis 35 Jahre
  • Nur Effizienzhaus 40 EE oder 40 NH förderfähig
  • Fossile Energien ausgeschlossen, Biomasse unter Auflagen möglich

4. Nachhaltige Materialien und Lebenszyklusbewertung

Ab 2026 wird die ökologische Gesamtbilanz eines Gebäudes verpflichtend bewertet. Neben dem Energieverbrauch zählen auch Herstellung, Transport und Entsorgung der Baustoffe.

Empfohlene Baustoffe:

  • Holz und Holzverbundstoffe aus nachhaltiger Produktion
  • Recyclingbeton, Naturdämmstoffe, Lehmputze
  • Regionale Materialien zur Reduktion von Transportemissionen

5. Gebäudetyp E: Einfacher und günstiger bauen

Der neue Gebäudetyp E („Einfaches Bauen“) erlaubt ab 2026 Abweichungen von bestimmten technischen Normen. Ziel ist es, klimafreundliches Bauen bezahlbarer und schneller zu machen.

Vorteile des Gebäudetyps E:

  • Kosteneinsparung durch reduzierte Standards
  • Vereinfachte Genehmigungsverfahren
  • Mehr Flexibilität bei Raumgestaltung und Ausstattung

6. Fazit: Jetzt für die Zukunft planen

Ab 2026 werden klimafreundliche Bauweisen zur Pflicht. Wer heute plant, sollte bereits nach dem Effizienzhaus 40‑Standard bauen und auf erneuerbare Energien setzen. So sichern Sie sich Fördervorteile, niedrige Betriebskosten und langfristige Wertstabilität.

DUMAX GmbH unterstützt Bauherren mit Expertise zu Energieeffizienz, Förderprogrammen und nachhaltiger Planung – damit Ihr Neubau den Anforderungen von morgen entspricht.