Modernisierungen steigern Komfort, Energieeffizienz und Wert – im Mehrfamilienhaus treffen sie aber auf komplexe Interessen. Was ist zulässig, wie wird umgesetzt, und wer trägt die Kosten? Hier die wichtigsten Punkte – rechtssicher und praxisnah.

Modernisierung vs. Instandhaltung

  • Instandhaltung: Erhalt des bisherigen Zustands (Pflicht des Vermieters).
  • Modernisierung: Verbesserung (z. B. Dämmung, neue Heiztechnik, Aufzug, digitale Infrastruktur); nach Modernisierung ist eine Mieterhöhung grundsätzlich möglich (§ 559 BGB).

Mieterhöhung nach Modernisierung: Grenzen und Regeln

  • Umlage: Grundsätzlich bis zu 8 % der aufgewendeten Kosten pro Jahr (§ 559 Abs. 1 BGB).
  • Kappungsgrenzen: Innerhalb von 6 Jahren max. +3 €/m², bei Vormieten unter 7 €/m² max. +2 €/m² (§ 559 Abs. 3a BGB).
  • Spezieller Deckel beim Heizungstausch: Für bestimmte Konstellationen gilt zusätzlich eine Begrenzung auf 0,50 €/m² innerhalb von 6 Jahren (vgl. § 559e BGB; praxisnah erläutert).
  • Formalien: Saubere Ankündigung und Begründung sind Pflicht (Fristen, Umfang, zu erwartende Mietanpassung).

Planung und Zustimmung

  • Bedarf analysieren: Technische Prüfung, Wirtschaftlichkeitsrechnung, Fördermöglichkeiten.
  • Kommunikation: Frühzeitig über Umfang, Dauer, Vorteile informieren; Härtefälle berücksichtigen.
  • Zustimmungslage: Je nach Maßnahme und Rechtsform (Miethaus vs. WEG) unterschiedliche Prozesse und Mehrheiten.

GEG‑Pflichten: Was ist verpflichtend?

  • Nach Eigentümerwechsel: Innerhalb von 2 Jahren Dämmung der obersten Geschossdecke oder alternativ des Dachs, sofern nicht ausreichend gedämmt (§ 47 GEG – praxisnahe Zusammenfassung).
  • 30‑Jahre‑Regel bei Heizkesseln: Konstanttemperatur‑Gas/Ölkessel nach 30 Jahren austauschen; Ausnahmen für Niedertemperatur‑/Brennwertkessel und langjährige Selbstnutzer.

Durchführung

  • Zeitplan & Schutzmaßnahmen: Lärm, Staub, Zugänglichkeit – Rücksicht auf Mieterschaft.
  • Qualitätssicherung: Fachfirmen, Abnahmeprotokolle, Gewährleistung dokumentieren.
  • Dokumentation: Rechnungen, technische Nachweise, Energiekennwerte für spätere Nachweise.

Praxis‑Tipps

  • Schrittweise modernisieren: Prioritäten setzen (z. B. Heizung, Dämmung, Fenster).
  • Vorher/Nachher‑Effekte: Einsparungen, Komfort, Wertwirkung belegen.
  • Digitale Baubegleitung: Kommunikation, Termine, Mängelmeldungen effizient steuern.

Fazit

Gute Planung, rechtssichere Umsetzung und faire Kostenverteilung sind der Schlüssel zur erfolgreichen Modernisierung. Wir beraten Sie zu Maßnahmen, Förderungen und Umsetzung – effizient und konfliktarm.